28 - Die Selbsthilfegruppe
Austausch mit Gleichbetroffenen
Die meisten Hirnverletzungen treten unerwartet ein. Die Situation bringt große Probleme für den Betroffenen und für die gesamte Familie. Gegenwart, Zukunft und Ziele müssen neu formuliert werden. Erwartungen und Hoffnungen müssen in Einklang gebracht werden. Während und auch nach der Phase der Neuorientierung wird Hilfe dringend benötigt. Es sind nur wenige die sich selber helfen können.
Sich mit Gleichbetroffenen auszutauschen, kann hilfreich und aufbauend sein. Kann neue und notwendige Kräfte frei setzen und das zukünftige Leben erleichtern helfen. Bei den hohen Erwartungen an die Pflegenden ist es wichtig, sich selber nicht zu vergessen. Sich ab und zu Zeit zu nehmen, um über sich selber in der Rolle des Pflegenden nachzudenken und um sich ein wenig regenerieren zu können. Das Erkennen eigener Grenzen und der sinnvolle Umgang mit den eigenen Kräften sind äußerst wichtig. Schneller als man glaubt wird ein Pflegender sonst selber zum hilflosen Helfer.
Viele Betroffene und deren Angehörige sind der Meinung, eine Selbsthilfegruppe ist etwas für schwache und alte Menschen. Sie sind der Auffassung, sie selber seien nicht gemeint. Er wird mich nicht treffen, der „burn out“. Sind vielleicht auch der Auffassung das ihr Schicksal nun alleine zu bewältigen sei. Es Niemanden etwas anginge oder interessiert. Mag sein oder auch nicht. Sie merken leider gar nicht oder oftmals zu spät, wie schwer sie es sich durch diese Einstellung selber machen. Ein altes Sprichwort sagt „Nur gemeinsam sind wir stark“. Darin ist viel Realität enthalten. Alleine gegen Bürokratie, Unverständnis, Arroganz und Hochmut zu kämpfen, ist um ein vielfaches schwieriger und weniger erfolgreich, als sich mit Gleichbetroffenen austauschen zu können und daraus eigene Vorgehensweise zu entwickeln.
Oftmals scheuen Betroffene oder Angehörige auch den Weg in die Selbsthilfegruppe weil sie keinem Verein, keiner Gruppe oder dergleichen als Mitglied angehören wollen. Aus einer Mitgliedschaft sich möglicherweise entwickelnde Verpflichtungen, finanzieller oder ideeller Art, wirken abschreckend auf die Teilnahme an einer Gruppe aus.
Der 1. Schritt zur Selbsthilfe ist der Weg in eine Selbsthilfegruppe. Er ist der erste und wichtigste Schritt zu einem verständnisvolleren Umgang mit dem eigenen Schicksal. Wer anderes denkt, macht sich selber etwas vor.
Unser Angebot an Angehörige von Wachkoma-Betroffenen. Sollte irgendjemand in seiner Region eine Selbsthilfegruppe gründen wollen, wir helfen ihm dabei. Wir stehen solange zur Verfügung wie es gewünscht wird. Wir erklären vor Gründung was auf sie zukommen kann und wird. Welches Zeitraster sie zur Verfügung stellen müßten (es ist weniger als sie glauben). Wir zeigen auf wie eine Gruppe gegründet und geführt wird. Wie die Treffen stattfinden, wie man Pressearbeit macht, Sponsoren findet usw. Wir begleiten diese Gruppe solange es gewünscht wird und notwendig erscheint. Danach stehen wir auch weiterhin bei Bedarf zur Unterstützung und Hilfe zur Verfügung. Alles ist kostenlos und ohne irgendwelche Verpflichtung, außer das die Gründung nicht nur einer “schwachen Minute” entspringt um kurze Zeit später wieder aufzugeben. Das nützt weder uns noch den Betroffenen.
Ernsthaft an einer Gründung Interessierte, vornehmlich aus Nordrhein-Westfalen Raum Jülich-Düren-Aachen-Bonn-Euskirchen, Raum Niederrhein Kleve-Xanten-Krefeld, Raum Mönchengladbach-Wegberg-Heinsberg, Neus-Rhein-Erft-Kreis, Bergisches Land, Märkischer Kreis usw. nehmen Kontakt zu uns auf. Kontaktaufnahme bitte zuerst schriftlich per e-mail unter breer@wachkoma-hilden.de