19 - PEG-Ernährung

Muss eine Ernährung über Magensonde , z. Beispiel PEG, überhaupt sein ? und wenn ja, wie lange muss diese ernährungsart beibehalten werden ?

Diese Frage stellen sich Angehörige sehr häufig. Leider kann diese Frage weder mit einem klaren  -ja- oder -nein-  einfach beantwortet werden. Grundsätzlich muss ein Mensch, dessen Sinne wie schlucken, atmen usw. defizitär sind mittels Magensonde, beatmungsgerät etc. versorgt werden. Das ist Gesetz und entspricht dem medizinischen Grundgedanken Leben zu erhalten.


Nahrungs- und Flüssigkeitsgabe mittels Pumpe…

 

Bei unseren Beratungen treffen wir immer wieder auf pflegende Angehörige, die ihren Betroffenen Nahrung und Flüssigkeit mittels Dosier- Pumpe verabreichen.

 

Wir können nicht grundsätzlich behaupten dass dieses sicherlich nicht der richtige Weg sein kann, einem Betroffenen seinen alt gewohnten Lebensstil wieder anzutrainieren. Es ist sicherlich in Einigen, jedoch wenigen Fällen sinnvoll die Nahrungs- und Flüssigkeitsgabe, über einen längeren (?) Zeitraum mittels Pumpe zu verabreichen.

 

In den meisten Fällen ist es jedoch nicht notwendig. Man kann die Verabreichung auch über Unterdrucksysteme tätigen. Diese Systeme enthalten im  Zuführungsschlauch zur PEG einen Tropfbehälter und ein kleines Einstellrad. Durch dieses Einstellrad lässt sich die Tropfgeschwindigkeit der Nahrung und Flüssigkeit auf fast jede Geschwindigkeit einstellen. Damit ist es möglich nach der Nahrungs-oder Flüssigkeitsgabe einige Zeit, bis zu 3-4 Stunden, verstreichen zu lassen, bevor erneut Flüssigkeit oder Nahrung verabreicht werden kann. Auch defizitäres schlucken widerspricht nicht diesem Hinweis. Mit einer Fiberendoskopischen Untersuchung ( siehe auch unter www.wachkoma-hilden.de „Trachealkanüle - ja oder nein) durch einen Schlucktherapeuten können Defizite beim schlucken einwandfrei festgestellt werden. Niemand wird dem Betreuer jedoch das Restrisiko abnehmen, sollte die Trachealkanüle entfernt werden. Es ist jedoch wie stets im leben, ein Restrisiko bleibt immer. Egal was man macht. Den meisten Betroffenen hat es nicht geschadet die Trachealkanüle zu entfernen und das Schlucken wieder anzutrainieren.

 

Durch die Verabreichung über das System erhält der pflegende Angehörige mehr freie Zeit um andere notwendige Dinge erledigen zu können. Außerdem sind Spaziergänge im Freien mit dem Betroffenen ohne „Pumpe“ wesentlich entspannter.

 

Grundsätzlich sollten Betroffene Nahrung- und Flüssigkeit nicht liegend zu sich nehmen. Entweder man verabreicht sitzend im Bett, bei etwa 130° hochgestelltem  Rückenteil, oder der Betroffene sitzt im Rollstuhl. Beide Positionen entsprechen einer verträglichen Sitzhaltung und verhindern „saures“ aufstoßen. Es gibt eigentlich keinen Grund, weshalb bei häuslicher Pflege zur Nahrungsgabe eine Pumpe genutzt werden muss. Auch ein aufstoßen, rülpsen oder erbrechen von Nahrung, bedeutet nicht zwangsläufig das eine Pumpe eingesetzt werden muss. Oftmals ist es auf falsche Lage (liegend, liegende Sitzhaltung oder auch Nahrungsunverträglichkeit) zurück zu führen. Man sollte zumindest nach der Ursache suchen und nicht gleich als Problemlösung wieder über Pumpe ernähren.