37 - startsocial Wettbewerb
Jährlich wird er neu ausgeschrieben, der startsocial Wettbewerb
Sich bewerben können alle Verbände, Vereine und Gruppen die der Meinung sind ein herausragendes soziales Projekt vorstellen zu können.
startsocial ist eine Initiative der deutschen Wirtschaft unter der Schirmherrschaft des Bundeskanzlers gefördert und unterstützt von BILD, McKinsey&Company,prosiebenSAT1,Gerling, Siemens und anderen
Die Teilnahme beginnt mit der Ausarbeitung des vorzustellenden Projektes. Hat man es eingereicht und wird es von einer Jury aus Fachleuten (?) als Förderungsfähig eingestuft, bekommt man ein Stipendium zur detaillierten Ausarbeitung des Projektes. Das Stipendium beinhaltet keine finanzielle Unterstützung in Form von Geldmitteln, sondern ein Stipendiat erhält durch z. Beispiel Junior-Berater der Firma McKinsey Unterstützung und Hilfe beim Erstellen eines sogenannten Business Planes. Ob man später zu den Gewinnern gehören kann, ist fast ausschließlich davon abhängig wie gut diese Berater zum Projekt stehen und es selber verstehen.
2002 nahm auch der heutige 1.Vorsitzende des Vereins an diesem Wettbewerb teil. Mit seiner Idee “Hilfe für Wachkoma-Patienten und deren Angehörige gewann er ein Stipendium. Von über 500 Bewerbern war er unter den 100 Stipendiaten. Ein großer Erfolg.
Unterstützung kam von McKinsey. Waren es Anfangs noch 4 Junior Berater, welche sich mit Begeisterung der Sache annahmen, reduzierte sich die Zahl in ganz kurzer Zeit auf eine Beraterin. Doch diese war einfach SUPER. Es war toll zu sehen wie ein Nichtbetroffener der Versuch glückte mit vielen Fragen detaillierte Einblicke in das Schicksal Wachkoma zu bekommen. Viel private Zeit wurde von ihr investiert um die Thematik zu verstehen. Es ist ihr voll und ganz gelungen. Dafür dankt ihr der Verein noch heute. Auch der Vorsitzende sagt noch einmal Danke, es war eine schöne Zeit der Zusammenarbeit. Auch wenn es nicht immer einfach war. Von den anderen “Helfern” kann das leider nicht unbedingt gesagt werden.
Nach dreimonatiger intensiver Tätigkeit wurde der Abschlußbericht erstellt. Er dient dazu, für Jedermann verständlich und nachvollziehbar die Idee als realistisch und durchführbar zu erläutern. Wir denken es ist den damals Beteiligten sehr gut gelungen. Doch die “Fach”-Jury dachte anders. Somit wurde das Projekt nicht weiter gefördert. Schade, sehr schade, denn die nachfolgende Zeit hat gezeigt das man Wachkoma nicht mit bisher bekannten Mitteln oder Wissen “rüberbringen” kann. Es hat uns aber auch gelehrt nicht noch einmal an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen.
Eines wurde uns, den betroffenen Angehörigen, schon damals deutlich gemacht dadurch, Nichtbetroffene werden und können das Schicksal Wachkoma nicht oder nur schwerlich verstehen. Das Schicksal trifft ja nicht nur den Betroffenen, es trifft die ganze Familie und zwar solange der Betroffene noch am Leben ist. Ohne auch nur eine der bekannteren Krankheiten verniedlichen oder abwerten zu wollen, behaupten wir aber heute aufgrund langjähriger Betroffenheit - es ist unfassbar und unbegreiflich das Schicksal - es kann jeden treffen und viele heute Betroffene sind im besten Lebensalter zwischen 20-35 Jahren. Wen das Schicksal Wachkoma trifft, Betroffener und/oder Familie, ist in der Regel über kurz oder lang auf Lebenszeit Sozialhilfeempfänger.
Ein Wachkoma-Betroffener fühlt, spürt, riecht, hört, schmeckt - erkann organisch völlig gesund sein und sich trotzdem weder alleine bewegen noch sich verbal äußern.
Stellen sie sich einmal vor es wäre ihr Angehöriger den es trifft - er ist völlig hilflos und sie können nicht helfen, müssen miterleben wie diesen Menschen das Recht auf ein menschenwürdiges Leben abgesprochen wird - würden sie nicht zulassen wollen ? wir auch nicht
wer das alles nicht glauben will ist eingeladen in unsere Selbsthilfegruppe Angehöriger zu kommen und sich von unseren Worten zu überzeugen