25 - Wachkoma - Bedeutung für Betroffene

Gesundheit ist ein Zustand des völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit

Für den Betroffenen bedeutet es von einem Tag auf den anderen das er Schwerstpflegfall wird, ein in „gesunden „Zeiten unvorstellbares Ereignis. Er ist völlig auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Medizinisch handelt es sich hier um ein schweres komplexes Krankheitsbild mit uneinheitlicher Definition. Kein Fall gleicht dem anderen. Auch dann nicht wenn die Ursachen die gleichen sind.

Somit ist eine einheitliche Regelung und Einstufung sehr schwer, wenn überhaupt, vorzunehmen.

Dadurch haben es die Mediziner mit der richtigen Diagnose schwer. Die Rate der Fehldiagnosen liegt sehr hoch. Schnell, viel zu schnell spricht die Medizin von einem „austherapierten“ oder Therapieresistenten“, einem nicht heilbaren Menschen. Das bedeutet für diese Menschen Abschiebung in ein heim, Ausgrenzung aus der Gesellschaft und ein oftmals menschenunwürdiges bis hin zum menschenverachtenden Leben bis zum Tod.

Welche Hilfen aus medizinischer Sicht dem Wachkoma-Betroffenen, abwertend oft auch „Apalliker“ genannt, gewährt werden, hängt größtenteils von den Zuständigkeiten ab. Krankenkassen entscheiden häufig völlig anders als Berufsgenossenschaften (BG). Ist bei den Krankenkassen vorrangig das Ziel der Zuordnung in die „Sozialrente“ gegeben, so sind die Ziele der BG`s die „Wiedereingliederung in das Berufsleben“. Daraus ergeben sich unterschiedliche Perspektiven, Sichtweisen und somit unterschiedlichen Entscheidungen. Das alles basiert jedoch auf identischen Grundlagen des Zustandes. Aus Sicht der Medizin ist es gleich ob Kassen- oder BG-zugehörig.

Es steht zweifelsfrei fest, dass Wachkoma-Betroffene ihr Umfeld wahrnehmen können. Somit ist es für Außenstehende nicht einfach in Gegenwart von Betroffenen sich „normal zu geben“. Dieses wiederum bedeutet für die Betroffenen, dass sie mit unnatürlichen, nicht realistischen Getue umgeben sind. Stimmt es, dass diese Personen „alles mitbekommen“, so kann durch eine solche Verhaltensweise zusätzlicher Schaden angerichtet werden.

Betroffene welche als „austherapiert“ gelten, in nicht dem Krankheitsbild angepasste Heime abgeschoben werden, haben kaum eine Chance, wieder in ein „halbwegsnormales Leben“ zurück zu kehren. Nur in der häuslichen Pflege, in seiner gewohnten Umgebung, in liebevoller Pflege und Zuwendung hat der Betroffene eine Chance, irgendwann wieder ein menschenwürdiges Leben zu führen.
Oftmals wird dies von den Institutionen bewusst blockiert

VF wib/2002