06 - Besinnliches !

Beginn 2001/2002 !

Heute, etwas mehr als drei Monate nach meinem Eintritt in eine unbekannte andere Welt, bin ich allen Menschen dankbar die an mich denken. Freue mich über ihre Besuche, ihre Liebe, ihre Zuneigung und Fürsorge. Doch ich kann mich nicht äußern, nicht mitteilen. Meine neue Welt ist weit entfernt von der alten Welt, in der meine Familie, meine Freunde leben. Doch ich spüre ihre Liebe, ich atme ihren Duft, ich genieße ihre Nähe und Wärme. Ich möchte es ihnen sagen. Ich liebe Euch. Doch Niemand hört meine Worte, sieht meine Tränen, bemerkt meine Verzweiflung !

Hoffnung 2003/2004 !

Bald stehe ich wieder auf. Gehe meinen Weg weiter, zuerst noch zaghaft und vorsichtig, dann immer mutiger und sicherer. Ich spüre neue Kraft in mir. Sehe die Welt mit anderen Augen. Bin glücklich !      Doch, wird alles so weitergehen wie vor meinem Schicksalstag ? Wohl kaum. Zuviel Zeit habe ich verloren. Zuviel Abstand. Ich kenne mich nicht mehr aus. Die Welt dreht sich sehr viel schneller als früher. Ich werde mein Leben neu gewichten müssen. Bin dankbar für jeden Tag, jeden Sonnenstrahl den ich nach langer Zeit der Finsternis und der Abwesenheit erleben darf. Ich möchte wieder glücklich sein und meinen Angehörigen für ihre Fürsorge, Liebe und Zuwendungen um mich danken.

Erinnerung 2005/2006 !

In diesen Tagen nach so langer Zeit, fast 5 Jahre ist es her, werden manche alten Erinnerungen in mir wach. Dankbar denke ich zurück an eine schöne Zeit. Unbeschwerte Kindheit und schöne Urlaube mit meiner Familie. Bilder vom Meer, den Bergen und fremden Ländern. Ich bin gerne gereist. War gerne unter Menschen. Vor mir tauchen die Bilder einer großen Liebe auf. Ich erinnere mich an ausgelassene fröhliche Feiern mit Freunden. Denke an wunderbare Menschen und unvergessene Begegnungen.  Vorbei ! Werde ich es jemals wieder erleben dürfen ? Ich hoffe es ! Ich kämpfe darum und werde gewinnen, daran glaube ich !

Heute, nach 8 Jahren im Zustand, intensiver Integration in das alte Umfeld, dem Leben im Kreis meiner Familie und guten Fortschritten in meinem Zustand, behaupte ich folgendes; Wäre mir und meinen Angehörigen bereits während der Zeit auf der Intensivstation jede mögliche Hilfe, Unterstützung und Therapien zuteil geworden, ich wäre heute nicht mehr im Zustand ich wäre weiter. Könnte ich sprechen, ich würde zuallererst meiner Mutter danken für die rund-um-die-Uhr-Pflege und Betreuung seit 8 Jahren ohne Urlaub und Freizeit.