Verein zur Unterstützung von Wachkoma-Patienten
Pflegestufen & Rehaphasen A-F
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Wachkoma - Pflegestufen

Es gibt drei Pflegestufen mit folgenden Pflegegeldleistungen
Pflegegeldleistung = Pflege durch Pflegedienst, ausschließlich     

  • Pflegestufe I - Pflegefall 450 € / Monat        
  • Pflegestufe II - Schwerpflegefall 1.040 € / Monat
  • Pflegestufe III - Schwer.st.pflegefall * 1.510 € / Monat
    * zwei Buchstaben nur, die den entscheidenden Unterschied ausmachen, jedoch vom MDK bei der 
      Einstufung in die  die PFlegestufe sehr häufig mißchtet werden und dadurch Betroffenen lediglich die  
      Pflegestufe 2 zugestanden wird

Pflegegeldleistung  =   Angehörige, alleine - ohne Pflegedienst ab 2010
in (-) die Regelleistung ab 2012

  • Pflegestufe I     -  225 € / Monat            ( 235 € /Monat) 
  • Pflegestufe II -    430 € / Monat             ( 440 € / Monat)
  • Pflegestufe III -   685 € / Monat             (700 € / Monat)

Aufgrund des Zustandes völliger Hilflosigkeit, der amtlichen Feststellung "Schwerstpflegefall" sollte man eigentlich davon ausgehen können, dass ein Wachkoma-Betroffener immer die Pflegestufe III erhält und hierauf auch einen gesetzlich verbrieften Anspruch hat - dem ist leider nicht so

Gesetzlicher Anspruch besteht lediglich auf eine Pflegestufe. Anspruch auf Pflegestufe III besteht nicht. Sie kann gewährt werden, muss es aber nicht. Die Einschätzung zur Einstufung obliegt dem MDK ( Medizinischer Dienst der Krankenkassen). Ein angeblich neutral (?) arbeitender Dienst. Bezahlt wird er jedoch von den Kassen, dem Auftraggeber, (was ist daran Neutral ?) Obwohl es für die Einstufung klare und rechtlich festgelegte Anforderungen an die Personen des MDK gibt, werden diese ständig unterlaufen. So reicht z. Beispiel eine nur kurze Einweisung des MDK Gutachters in die Pflege nicht aus. Eine mehrwöchige Schulung auf speziell dafür geschaffenen Seminaren sind laut Gesetzgeber vorgeschrieben. Geschickt werden oft auch fachfremde Personen. Anstelle für Wachkoma ausgebildete Fachpflegekräfte normal tätige Pflegekräfte, manchmal sogar Hilfskräfte. Der Betreuer(in) muss rechtzeitig vorher über Tag und Zeit der Begutachtung informiert werden, damit er anwesend sein kann. Geschieht in den seltensten Fällen.

Es gibt viele Gründe die dazu führen, das ein Betroffener nicht in die Pflegestufe III gestuft wird welche das sind, erklären und erläutern wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch

es wird in drei Kategorien eingestuft

  • Pflegefall               = Pflegestufe I (1)
  • Schwerpflegefall     = Pflegestufe II (2)
  • Schwer.st.pflegefall = Pflegestufe III (3)
  •  eigentlich definieren die zwei Buchstaben .st.  im Wort die Einstufung, die Realität ist jedoch anders, dafür gibt es nachvollziehbare und weniger nachvollziehbare Gründe und Begründungen - welche das sind erklären wir Ihnen gerne persönlich - vorab folgendes:
  • unser Pflegesystem ist ein Minutensystem
  • die Pflegekraft erhält für bestimmte Tätigkeiten die Minuten vorgeschrieben die dafür benötigt werden, unabhängig davon ob diese der Realität entsprechen
  • Pflege wird nicht nach tatsächlichem Arbeitsaufwand abgerechnet, sondern die einzelnen vom System in Minuten vorgegeben Tätigkeiten
  • so wird z. Beispiel waschen nicht nach tatsächlichem Aufwand genehmigt, sondern in der Regel mit max. 3-5 Minuten vorgegeben. Länger darf es nicht dauern

weitere Gründe um nicht die Stufe III zu erhalten sind die eine Pflege erleichternden Fakten, das sind unter anderem :

  • Wachkoma-Betroffene werden mittels PEG ernährt
  • Wachkoma-Betroffene haben einen Katheder 
  • Wachkoma-Betroffene liegen nur im Bett, benötigen weder transfer noch Bewegung.
  • Nächtliche Dienste werden oftmals gar nicht erst berücksichtigt.
  • Auch andere “normale Dienste wie duschen, baden, Wäsche wechseln, lagern, umlagern usw. werden gerne und häufig vergessen zu berücksichtigen
  • vom System sind immerhin 256 Minuten täglich erforderlich um in die Stufe III zu gelangen. Anhand vorerwähnter Zeitvorgaben oft fast nicht zu erreichen
  • bei Unterbringung in einer Einrichtung kann es geschehen das dem Betreuer sogar die Pflegestufe anempfohlen wird, da sie angeblich Vorteile habe

Sind Sie mit der PFlegestufe nicht einverstanden, dann sollte Widerspruch eingelegt werden. Wie das gemacht wird, welche Besonderheiten ein Widerspruch in sich haben sollte und viele weitere wichtige Dinge erklären wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch

  • Bei Allem was Betroffene widerfährt, stellt sich die Frage 
  • gewollt oder nur von der Verantwortlichkeit falsch betrachtet ?
    wir behaupten und unterstellen = es ist gewollt !

Eine weitere Ungerechtigkeit gegen die wir leider nicht abändern können:

Sofern ein häuslich Pflegender ohne Zuhilfenahme eines ambulanten Pflegedienstes die Pflege zu 100% selber durchführt, erhält er lediglich den der Pflegestufe zugeordneten entsprechenden Betrag für häusliche Pflege. Dieser beträgt bei vollem Entgeld ohne Abzug nicht einmal die Hälfte von dem, was ein Pflegedienst abrechnet. Eine klare Diskreminierung aller häuslich Pflegender Angehöriger

  • Beispiel 1: 
    Pflegestufe III  -wird die Pflege gemeinsam durch Angehörige und Pflegedienst ausgeübt,nehmen wir an 50:50, so erhält der Pflegedienst 50% des Entgeld von Pflegstufe III und der häusliche Pflegende erhält auch 50% des Entgeld. Hier ist nicht direkt ein Nachteil für häusliche Pflegende zu erkennen. Doch es gibt ihn, den Nachteil. - wir sagen Ihnen wo
  • Beispiel 2                                                                                                                                                                                                                           Pflegestufe III -die Pflege wird durch den häuslich Pflegenden alleine, ohne Zuhilfenahme eines Pflegedienstes ausgeübt. Dann fällt das Gesamtentgeld der Pflegestufe III dem Staat zu. Der häuslich Pflegende erhält nur den Höchstbetrag des festgelegten Pflegegeld. Dies ist nicht einmal die Hälfte von dem was ein Pflegedienst bei Pflegetufe III erhalten würde.

Wir meinen ein Skandal wie er größer nicht sein kann und empfehlen unseren Politikern eine Woche lang dieses System an sich selber auszuprobieren. Wer dann immer noch der Meinung ist das System sei gut, der lügt entweder oder hat soviel Geld das er sich keine Sorgen mehr machen muss. Pflegende Angehörige sind leider oft nur Sozialhilfeempfänger.

Immer daran denken
-Anträge und auch Widersprüche entweder persönlich gegen Bestätigung des Abgabedatum einreichen oder besser noch per Einschreiben mit Rückantwortkarte einreichen -
-noch etwas -
machen Sie alles nur schriftlich, mündliches kann später nicht mehr nachgewiesen werden - seriöses Handeln hat Verständnis für diese Forderung
Handeln Sie anders haben Sie es im Falle einer Beweislast vor Gericht sehr schwer einen Beweis zu Ihren Gunsten anzutreten

Rehaphasen A-F

Phase A Akutbehandlung
intensivmedizinische Behandlung Neurochirurgisch / neurologisch

Phase B Frührehabilitation
möglichst früh unmittelbar nach der Akutbehandlung oder Intensivstation . häufig liegt noch eine schwere Bewustseinsstörung oder apallisches Syndrom vor

Phase C weiterführende Rehabilitation
Stabilisierungsphase, Patient ist kooperativ, kooperationsfähig, kann in der Therapie mitarbeiten

Phase D medizinische Rehabilitation
Patient mobilisiert, selbstständig, ganztägig kooperationsfähig (sog. AHB Verfahren)

Phase E nachgehende Rehabilitation
Schulisch / berufliche Rehabilitation, Wiedereingliederung (Tagesklinik, ambulante Betreuung)

Phase F aktivierende Behandlungspflege
u.a. für Patienten im Wachkoma, Soziale Rehabilitation, langfristig auf Dauer angelegt, jedoch mit der Möglichkeit , bei Besserung in die Phase B zurückzukehren

Anmerkungen zu vor :
Leider erhalten die meisten Betroffenen aus Kostengründen nicht die Rehaphase F zugesprochen. Es wird viel zu häufig abgelehnt. Dadurch wird eine Rückkehr in die Phase B zu einem späteren Zeitpunkt sehr unwahrscheinlich und gelingt nur sehr wenigen Betroffenen.

Insbesondere ohne die Phase F ist eine Besserung zwar nicht ausgeschlossen doch schwer erreichbar. Eine Rückkehr aus F in B ist bisher nur sehr wenigen Betroffenen gelungen

Wachkoma-Betroffene werden viel zu schnell aufgegeben und abgeschoben. Würde die Phase F mehr und gut genutzt, etwa 30% aller Langzeitbetroffenen würden zusätzlich Chancen einer Rückkehr erhalten. Auch wenn es nur eine Rückkehr in ein betreutes wohnen wäre, es wäre allemal „Preiswerter“ als sie einfach abzuschieben