Musiktherapie
Musiktherapie als Baustein einer dialogisch orientierten Behandlung. Musik als Medium verfügt über die Eigenschaft auch schwerstkranke Menschen, somit auch celebral Geschädigte, über das Gehör als am längsten funktionierendes Sinnesorgan zu erreichen.Schwerpunkte liegen im Kommunikationsaufbau, der stimulierenden (nonverbalen) Ansprache, Unterstützung vorhandener Emotionen und der interaktiven Förderung vorhandener Potentiale.
Nun ist jedoch Musik nicht gleich Musik. Ein Musiktherapeut muss sehr genau beobachten und deuten können. Gerade für celebral geschädigte Menschen oder Personen welche keine verbalen Rückmeldungen, gleich ob positiver oder negativer Art, geben können, muss über Beobachtung und richtige Deutung der Mimik und Gestik die richtige Musikart und Richtung für den Betroffenen gefunden werden. Daher ist es wichtig einen ruhigen und erfahrenen Therapeuten der Musiktherapie zu finden.
Aspekte musiktherapeutischer Arbeit sind z. Beispiel :
· Nonverbaler Kommunikationsaufbau durch Synchronisation therapeutischen Gesang mit vitalen, motorischen oder stimmlichen Signalen des Betroffenen
· Aufbau einer die Therapie fördernden Arbeitsatmosphäre
· Förderung und Stabilisierung der Atemfunktionen
· vegetative Funktionen klanglich-sensorisch stimulierend mittels spezieller Instrumente zu erzeugen
· mittels spezieller Instrumente dem Betroffenen seine Körperwahrnehmung zu fördern
· Neuaufbau der durch Erkrankung gestörten Wahrnehmung durch Schaffen von Sinnesreizen durch Musik – Musik ist hören – spüren – bewegen – sehen - zugleich
Musiktherapie wird als „sensorischer Stimulus der kognitive, sensomotorische und affektive Prozesse
Im Nervensystem beeinflusst“ angesehen ( nach PhD. Thaut, Colorado State Universyte)
Gute Musiktherapeuten zu bekommen ist nicht einfach. Bei der Suche kann die Deutsche Gesellschaft für Musiktherapie http://www.musiktherapie.de/ behilflich sein.
Kosten : in Einrichtungen oftmals integrativ mit anderen
Therapien angeboten
kaum Kostenübernahme durch Träger . Privat zu zahlen ab etwa 60 € /
45 Minuten
Verfasser Wilfried Breer - Angehöriger eines
Wachkoma-Betroffenen
Auskunft durch: Deutsche Gesellschaft für Musiktherapie Köln .
http://www.musiktherapie.de/
Snoezelen- ein
holländisches Kunstwort, bedeutet in etwa „dösen“ „ruhen“.
Snoezelen ist keine Therapie im medizinischen Sinne, sondern ein
freiwillig genutztes Freizeitangebot für Jedermann mit hohen
therapeutischen Ansätzen, welches Jedermann zur Entspannung nutzen
kann. Richtiges Snoezelen will jedoch gekonnt sein. Reize setzen,
stimulieren, entspannen, dösen, wahrnehmen usw., alles Dinge die
richtig angewendet schwerstkranken Menschen in ihrem Schicksal
helfen kann.
Wird das ganze jedoch falsch angewandt, werden die Reize falsch
gesetzt oder gar übertrieben, so kann dieses äußerst schädlich
werden.
Mitte der 90er Jahre wurde Snoezelen, aus Holland kommend, als „die
Therapie„ schlechthin propagiert. Jede Einrichtung für Alte,
Behinderte und Kranke wollte diese Therapie anbieten. Dabei wurde
nicht auf Richtiges sondern hauptsächlich auf imposantes Snoezelen
geachtet.
Große Räume wurden extra bereitgestellt und eingerichtet. Mit
enormen Kostenaufwand eingerichtet, nicht immer mit speziell
ausgebildetem Personal besetzt, wurden diese Räumlichkeiten schnell
wieder zur Abstellkammer für Dinge der Klang- u. Musiktherapie, der
Physio- u. Ergotherapie usw. Es wurden teure Wasserbetten
angeschafft. Patienten mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis in der
Therapie, z. Beispiel Wachkoma-Betroffene, bekamen auf diesen
Betten Angstzustände, Spastiken häuften sich und der Patient war
weder entspannt noch ruhte er in sich. Epileptiker wurden mit
grellen Lichteffekten und bunten Farben geradezu in die
Agressivität getrieben, anstatt sie zu beruhigen.
Klang- und Musiktherapeuten waren die am häufigsten zum Snoezelen
eingesetzten Therapeuten. Einseitiges Snoezelen, überwiegend
bestehend aus Musik und Klangeffekten, waren naturgemäß die Folge.
Doch auch Krankengymnasten, Sporttherapeuten oder sonstig
therapeutisch ausgebildete Personen meinten das Snoezelen mit
celebral geschädigten Menschen ausüben zu können. Dadurch
entwickelte sich eine schlechte und vor allem falsche Auffassung
und Durchführung des Snoezelen.
Dieses hat sich zum heutigen Zeitpunkt, dank besserer Einsicht und
mangels notwendiger Gelder, grundlegend zum Vorteil der Patienten
geändert. Auch gibt es inzwischen eine Ausbildungslinie zum
Therapeuten des Snoezelen.
Snoezelen ist spezielle Bedarfsanalyse des Betroffenen. Einfach
ausgedrückt, ohne eine äußerst umfangreiche Biografie des
Betroffenen, sollte nicht mit dem Snoezelen begonnen werden. Zudem
ist es mehr als Wichtig, die Räumlichkeiten richtig einzurichten.
Es kann unter Umständen wichtig sein, Einrichtungsgegenstände
schnell tauschen zu können. Wassersäulen, Lichteffekte, Klanggeräte
um nur drei zu nennen. Wasserbetten für stark celebral geschädigte
Personen sind oftmals nicht der richtige Gegenstand. Man kann mit
Vorplanung und biografischer Kleinarbeit viel Geld und späteren
Aufwand sparen.
Snoezelen soll stimulierend wirken. Dabei bedient man sich der
Musik, dem Klang, der Farben, den Geräuschen, den Effekten, der
Ruhe usw. All dies soll die Sinne der Betroffenen auf angenehme Art
stimulieren und reizen.Snoezelen ist ….. träumen –
erleben - sich einlassen - wahrnehmen - aktiv sein - dösen -
entspannen - wohlfühlen - genießen - erinnern - motivieren -
aushalten
Snoezelen ist … Ruhe durch Erinnerung -
Wahrnehmung durch den ganzen Körper
Selbstfindung durch Reize - Zustand der Ruhe und der Reize
Individuelle Entspannungsmöglichkeit -
Snoezelen ist …. keine medizinische Therapie
Voraussetzung zum Snoezelen ist die Herstellung persönlicher Kontakte zwischen Betreuer und Betroffenen, das Vertrauen zueinander finden zu stärken, sich gegenseitig anzunehmen und zu akzeptieren.
Im Raum des Lichts, der Farben, der Weite, ist der Mensch als Individium das Maß aller Dinge - das ist Snoezelen
Kosten : in Einrichtungen vereinzelt kostenlos
keine Kostenübernahme durch Träger . Privat ab etwa 70 € /
Stunde
Verfasser / Auskünfte : Wilfried Breer - 1.Vorsitzender
Verein zur Unterstützung von Wachkoma-Patienten und betroffener
Angehöriger eines schwerstbehinderten Menschen (Wachkoma) -
Seminarteilnehmer eines mehrtägigen Snoezelen-Seminar ”
Snoezelen-hautnah” im Snoezelen-Zentrum Haus Hohensonne der
Stiftung Eben -Ezer in Lemgo 2004 (Eben-Ezer ist eine der ältesten
u. größten Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in
Deutschland. Die Einrichtung besitzt eine größere Anzahl
ausschließlich dem Snoezelen dienenden Räumlichkeiten mit
entsprechend speziellen Ausstattungen für unterschiedlichsten
Merkmale bei schwerstbehinderten und verhaltensgestörten Personen.
Snoezelen geschieht ausschließlich durch und unter Aufsicht
anerkanntem Fachpersonal)
