Herzlich willkommen!
Guten Tag und willkommen auf unseren internet
Seiten
bevor Sie weiter in unseren Seiten nach Informationen suchen,
möchten wir auf etwas sehr Wesentliches hinweisen,
in unserer internet Präsenz finden sich keine
individuellen Tips, wie Hinweise und Ratschläge für z.
Beispiel " wie stelle ich einen Antrag richtig,wie muss ein
Widerspruch verfasst werden, muss ich mein eigenes
Verhalten ändern und falls ja, wie usw.- diese, für
Betroffene wichtigen persönlichen Informationen und mehr
bekommen Sie nur in einem Gespräch mit uns vermittelt - den
Kontakt zu uns müssen jedoch Sie herstellen
je früher sie ein Gespräch mit uns suchen- je geringer sind
die späteren Probleme
unsere Hilfe und Unterstützung ist kostenlos-individuell-persönlich
und neutral
Vergangenes
Über 10 Jahre ist es her, das meiner Familie das Schicksal
Wachkoma widerfuhr. Jahre die, als sie vor uns lagen, unendlich
schienen. Wir waren ohne Hoffnung, ohne Wissen und ohne Kraft.
Hatten keinen Mut und kaum Hoffnung. Erlebten Abweisung,
Unverständnis und Arroganz. Wir machten Fehler, viele
Fehler. Verloren durch diesen Schicksalsschlag alles was wir
uns im Leben geschaffen hatten. Niemand hat uns geholfen
wieder ein lebenswertes Leben führen zu können. Wir haben es
alleine geschafft. So wie viele andere Angehörige vor und nach
uns es auch schafften. Wir haben gekämpft, uns zur Wehr
gesetzt. Wir haben nie aufgegeben. Haben
aus Hoffnung neue Kraft und Zuversicht
gewonnen. Verfügen heute über ein sehr großes Wissen um alle
Probleme die mit dem Wachkoma einhergehen.
Heute, zurückblickend auf diesen Zeitraum seit 2001
(eigenes Schicksalsjahr), ist das erlittene nach wie vor
unfassbar. Mit vielen Gleichbetroffenen führte ich Gespräche.
Gespräche welche ausführlich und für mich äußerst informativ und
lehrreich waren. Lernte, mein eigenes Schicksal anzunehmen um
damit umgehen und leben zu können. Erkenntnis daraus war u.a., das
nach dem schweren Schock über die plötzliche Veränderungen, welche
ein Wachkoma Schicksal in das Leben des Betroffenen und seiner
Angehörigen bringt, nichts mehr so ist wie es soeben noch war, eine
bittere Erfahrung zudem gemacht wird. Man ist mit diesem Ereignis
allein. Man wird allein gelassen mit all den Problemen und Fragen.
Keiner will oder kann helfen. Zu komplex und individuell ist
Wachkoma. Bundesweit agierende Verbände sind aus eigener und
anderer Angehöriger Erfahrungen nur bedingt in der Lage oder
Willens, direkte Hilfe und Unterstützung vor Ort anzubieten. In der
Regel ist eine Mitgliedschaft erste Voraussetzung zur
Unterstützung. Zudem bieten die Verbände wenig Transparenz und
besitzen keine oder nur geringe Strukturen. Von
funktionierender flächendeckender Hilfe kann absolut keine
Rede sein. Es fehlt an Gemeinsamkeit, anm gemeinsamen Denken und
Handeln. Hinzu kommt, die Unterschiede in den einzelnen
Bundesländern sind äußerst groß und weder verständlich noch
nachvollziehbar.
In den Gesprächen mit Angehörigen musste und konnte ich die
berechtigten Ängste und Nöte der Betroffenen kennen lernen.
Ich musste erfahren mit welchen, oftmals unnötigen jedoch vom Staat
geforderten, Sorgen und Problemen diese Personen sich täglich
auseinander setzen mussten. Als selber Betroffener
Angehöriger war ich in der Lage, all dies zu verstehen und
auch nach zu empfinden. Ich erlebe und durchlebe es ja seit 2001
selber täglich mit meiner Familie.
Unser Staat mit seinen Strukturen, dem real existierenden Sozial-
und Gesundheitswesen, ist nicht in der Lage Hilfe und Unterstützung
für alte, kranke, behinderte und sozial schwache Bürger in
menschenwürdiger Weise zu bieten. Ein auf Minutenhilfe getrimmtes
Pflegesystem kann nicht in der Lage sein, pflege- bzw.
schwerstpflegebedürftigen Menschen die ihnen angemessene und
mittels Grundgesetz garantierte Pflege und Betreuung zukommen zu
lassen.
Wachkoma-Betroffene benötigen viel Pflege, aufwändige Betreuung,
sehr viel Fürsorge, Liebe und Zuwendung und eine Bezugsperson.
Alles Dinge die in einem Zeitgeregelten System nicht funktionieren
können. Der Aufwand wäre ; kaufmännisch unklug und wirtschaftlich
nicht effektiv (amtsdeutsch). Somit bleibt der Hilflose automatisch
auf der „Strecke“. Diese Anforderungen kann nur die häusliche
Pflege und Betreuung erfüllen. Doch diese wird weder entsprechend
unterstützt noch gefördert. Es wird nur geredet, anstatt zu
handeln.
Eine angespannte Finanzsituation im Gesundheitswesen, hervorgerufen
durch Missmanagement in den Institutionen und nicht von den
Versicherten, wie man uns immer wieder Glauben machen will, lässt
menschenwürdige Hilfe, Pflege und Unterstützung zur Farce werden.
Vor allem im Gesundheitswesen und der Pflegeversicherung müssen
betroffene Menschen daher fürchten bzw. es erleben, ohne
Rehabilitation, fachärztlicher Untersuchung, therapeutischer und
pflegerischer Hilfe und Unterstützung und Maßnahmen, einfach
abgeschoben zu werden.
Abgeschoben aus Kostengründen. Vergessen weil medizinisch nicht
mehr heilbar, unterernährt weil Zeit zum „essen geben“ fehlt und
noch einige Dinge mehr. Ich musste erleben, dass durch
Wachkoma-Betroffene Kinder und Jugendliche in Altenheimen
untergebracht waren. Abgeschoben in für sie völlig falsche
Einrichtungen. Aus Kostengründen in Einrichtungen unter Alten und
Demenzkranken. Abgelegt und vergessen, nach der Devise, die merken
ja doch nichts mehr. Sie können ja doch nicht hören, fühlen, sehen,
schmecken, riechen und empfinden. Ein riesengroßer Irrtum, das ist
der Medizin und unseren Verantwortlichen sehr wohl bekannt.
So wichtig eine Versorgung, Pflege und Rehabilitation für den
Betroffenen, ebenso wichtig und intensiv sollten Information,
Beratung und Begleitung der Angehörigen sein. Es sollte eine
Selbstverständlichkeit sein.
Der Staat mit seinen Institutionen kann und will sich dieser
Verantwortung nicht stellen. Deshalb versuchen wir es. Wir als
Selbstbetroffene. Als Angehörige.
Als betroffene Angehörige übernehmen wir die Aufgaben und stellen
uns Herausforderung und Verantwortung. Effektiver könnte es
funktionieren, würden Staat und Institutionen uns dabei
unterstützen anstatt mit mißtrauischer und aufgebauschter
Bürokratie unser Engagement in Zweifel zu stellen. Unser
Wissen, unsere Erfahrungen annehmen, mit uns gemeinsam nach
praktikaplen Lösungen oder Lösungsansätzen suchen. Das wäre Hilfe,
doch das Gegenteil ist die Regel.
Anmerkung:
Das ist jedoch zuviel verlangt. Angehörige und somit auch Bürger,
müssen “dumm”gehalten werden. Aufklären weshalb ? Unterstützen
weshalb ? Hilfe leisten weshalb ?Jemand der in diesem Staat
politische Verantwortung trägt bzw. tragen sollte, wird sich
niemals mit Wachkoma auseinandersetzen müssen, denn er kann
aufgrund seines Status gar nicht in die finanzielle und
bürokratische Abhängig kommen wie ein normal Bürger bzw. gesetzl.
Versicherter.
Mit einem Beispiel möchten wir schließen. Der Verein hat viele Kontakte in die Politik hinein. Wir bekamen eines Tages Besuch von zwei in der Bundesrepublik sehr bekannten Mitgliedern des Bundestages (CDU/CSU). Anlaß war, man habe vor, sich einmal direkt an der Basis die Probleme Betroffener erklären zu lassen. Es ergab sich auch ein konstruktives Gespräch. Einige Mißstände konnten aufgezeigt und mögliche Lösungsansätze vorgebracht werde. Man versprach sich der Punkte anzunehmen und anzugehen. Geschehen ist nichts. Geändert hat sich bisher auch kaum etwas um nicht sagen, es hat sich nichts zum Positiven geändert. Deshalb, Betroffene und Angehörige, laßt Euch nicht abwehren. Nehmt den Kampf gegen Willkür und Machtdemonstration, gegen Bürokratismus und Ablehnung, gegen Unverständnis auf. Kämpft für die Betroffenen. Kämpft für Euch. Kämpft für die allen Bürgern zustehenden Rechte, ohne Eure Pflichten zu vernachlässigen. Jeder Mensch hat nicht nur das Recht menschenwürdig behandelt zu werden, es ist ihm sogar im Grundgesetz garantiert. Wehrt Euch. Hilfe und Unterstützung durch die Politiker und Verantwortlichen der Wirtschaft, den vielen Lobbyisten und Ignoranten im Gesundheitswesen werden wir nicht erhalten. Nur wer kämpft darf auch einmal verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.
Hinweis:
**Die Erklärungen in unserer Broschüre zum Wachkoma erheben
nicht den Anspruch diesen Zustand mit medizinischen Begriffen,
Erklärungen und Informationen abzuhandeln. Es sollen vielmehr
eigene Erfahrungen, Erlebnisse und Erkenntnisse betroffener
Angehöriger weiter vermittelt werden. Die Broschüre erhebt auch
nicht den Anspruch auf Vollständigkeit
Doch eines soll und kann sie, einen groben Einblick in das Schicksal Wachkoma geben und jeden Leser zum Nachdenken in eigener Gesundheit anregen.
