Verein zur Unterstützung von Wachkoma-Patienten
Wachkoma
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© 2015 Verein zur Unterstützung von Wachkoma-Patienten

Betreuungsrechte + Sonstiges

Äußerst wichtige Information für Angehörige, leider kaum bekannt;    Das Betreuungsrecht - ein Angehöriger ist oder wird  nicht  automatisch zum Betreuer,      - ausgenommen er wurde vor einem ereignis welches eine Betreuung notwendig macht, vom Betroffenen selbstbestimmt schriftlich dazu ernannt, oder im Ereignisfall vom zuständigen Gericht auf Antragstellung der/des Angehörigen dazu ernannt     

Ohne diese "Papiere/Unterlagen" keine Rechte für Angehörige ! da hilft weder jammern noch klagen, so ist eben deutsches Recht

Es ist höchst bedauerlich das dem Schicksal Wachkoma so wenig Aufmerksamkeit und Verständnis in der Öffentlichkeit und seitens der Politik entgegengebracht wird. Demenz ist in aller Munde. Demenz hier, Demenz da und Demenz überall. Wir wollen an dieser Stelle keinen vergleich ob der schwereren Pflege Dementer oder Wachkoma Betroffener anstellen. Wünschenswert wäre und dies fordern wir nach wie vor mit Nachdruck -die Gleichbehandlung aller hilflosen und schwerstbehinderten Menschen-

Der Verein setzt sich seit 2001 für Betroffene und deren Angehörige ein.  Einiges haben wir auf den Weg bringen können, doch es ist noch viel zu wenig. Organisationen die es effektiver machen könnten, da wesentlich größer sind und deshalb auch mehr Einflußnahme haben, halten sich aus den "Scharmützeln" heraus und verteidigen ihre eigenen Pfründe.      Kritik am maroden System schadet nur dem eigenen Wohl !

Prominente Wachkoma-Betroffene erhalten kurze Zeit Aufmerksamkeit, doch Niemand berichtet über die vielen "Nichtprominenten" denen es um ein vielfaches schlechter ergeht. Eine Gesundheitspolitik die nicht für Kranke, Alte und Hilflose da ist, sondern den Gesunden durch viele unnütze und wenig hilfreiche Präventionsmaßnahmen unterstützt, kann diese sozial sein ?

Das Betreuungsrecht    -------       Wird zu Zeiten der noch vorhandenen Selbstbetimmung eine schriftliche Vereinbarung aufgesetzt, in welcher der Betreuer vom späteren zu Betreuenden dazu ernannt wurde, dann ist es auf jeden Fall wichtig als Angehöriger, sofern die Betreuung übernommen werden soll, einen Antrag bei Gericht auf Bestellung zum amtlichen Betreuer zu stellen. Angehörige die dies nicht tun, die glauben sie würden schon ein Mitspracherecht haben, irren sich. Ohne Bestellung keine Rechte. Es könnte sogar noch arger kommen. Nämlich dann, wenn das Gericht in Ermangelung oder Wissen um vorherige Festlegung oder Antragstellung, einen Berufsbetreuer einsetzt. In der Regel handelt es sich hierbei um Rechtsanwälte die mehrere Betreuungen, mindestens 11, haben und für ihre Tätigkeiten, im Gegensatz zum ehrenamtlichen Betreuer, bezahlt werden. Betreuer zu sein bedeutet nicht nur Rechte zu bekommen, sondern auch Pflichten zu übernehmen. Welche Rechte, welche Pflichten, wie man sich verhalten sollte usw. - all das erklären wir Ihnen gerne auf Rückfrage und dies seit über 14 Jahren ehrenamtlich, kostenlos, individuell, neutral und sehr erfolgreich

Sofern ein Angehöriger als amtlich bestellter Betreuer ernannt ist, es zu Aktivitäten in Sinne eines Rechtsgeschäftes kommt, zum Beispiel Übertragung einer Immobilie, eines Aktiendepots usw. dann muss erneut das Gericht bemüht werden und es wird ein "Ergänzungsbetreuer" eingesetzt. In der Regel ein Rechtsanwalt. Ein "Ergänzungsbetreuer" soll und hat ausschließlich das Wohl und Wehe des Betreuten zu beachten. Ist ein Angehöriger amtl. bestellter Betreuer eines Familienangehörigen, z. Beispiel Ehefrau beim Ehemann, Vater beim Sohn oder umgekehrt usw., dann tritt grundsätzliches Mißtrauen gegenüber dem bisherigen Betreuer in Kraft, es werden Dinge erfragt, kontrolliert und behauptet, die jeglichem Sinn in der Sache oft widersprechen. Fragen die tief treffen können. Die unglaubliche Belastungen hervorrufen können. Man wird (fast) als Verbrecher behandelt. Soziales Einfühlungsvermögen oder Verständnis sucht man sowohl bei Berufsbetreuern wie auch Ergänzungs-betreuern oft vergebens.

Deshalb können wir allen Angehörigen, egal ob bereits Betreuer oder nicht, ob beabsichtigt oder nicht, nur raten und empfehlen; nehmen Sie Kontakt zu anderen Angehörigen oder dem Verein zur Unterstützung von Wachkoma-Patienten auf und holen sich Informationen und Rat ein.  

Betreuungsverfügung - Patientenverfügung - Sorgerechte  usw.    sind ein unbedingtes Muss vor Eintritt eines Ereignisses, ein Ereignis welches dem Menschen die Teilhabe am selbstbestimmten Leben abspricht - lassen Sie es nicht soweit kommen - entscheiden Sie noch rechtzeitig selber - Wachkoma kommt plötzlich, unvorhersehbar und es kann Jeden treffen -

Wachkoma ist keine Krankheit sondern ein Zustand der das eigene Leben und das der Familien innerhalb von Sekunden nachhaltig zerstört